EineWelt Sachsen
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Aktion in Dresden – Jahrestag Textilfabrikeinsturz Rana Plaza

„Einbeuteln statt Ausbeuten“

Dresdner Zic Zac- Stoffladen unterstützt Solidaritätsaktion der Clean Clothes Campaign mit serbischen Textilarbeiter*innen

Dresden. 24. April 2017. Der Dresdner Stoffladen Zic Zac hat mit seiner Aktion “Einbeuteln statt Ausbeuten” im Jahr 2016 die Arbeit der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) unterstützt. Lorna Mateev ist die Eigentümerin von Zic Zac und übergibt die durch den Verkauf phantasievoller, witziger Stoffbeutel erwirtschafteten Mittel an Fabienne Winkler von der Kampagne für Saubere Kleidung am Montag, den 24. April um 15 Uhr auf der Dresdner Förstereistraße 37.  Zur Übergabe sind Gäste herzlich willkommmen.

Konkret ging es um 1.200 Beschäftigte der serbischen GEOX-Fabrik. „GEOX atmet“ – der Werbeslogan der Schuhmarke – klingt in ihren Ohren zynisch. Ihre Atemluft ist durch giftige Klebstoffdämpfe belastet.

Sie können nicht frei die Toilette aufsuchen und wurden sogar angewiesen, Windeln zu benutzen. Sie verdienen durchschnittlich 200 EUR netto im Monat, während sie ca. 800 EUR zum Leben bräuchten. Die Beschäftigten werden eingeschüchtert, unter Druck gesetzt und ihr Recht auf Meinungsäußerung und gewerkschaftliche Interessenvertretung eingeschränkt. Nur wenige erhielten Arbeitsverträge und Sozialversicherungsbeiträge, Überstunden werden nicht gesetzeskonform entlohnt – um nur die eklatantesten Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen zu nennen.

Die Clean Clothes Campaign übt Druck auf GEOX aus, diese Zustände und Gesetzesverletzungen in der Fabrik abzustellen. Da dies sehr eng mit den Betroffenen abzustimmen ist, organisiert sie Treffen mit den Beschäftigten der Fabrik und ihren gewerkschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Unterstützer*innen. Die „Einbeuteln statt Ausbeuten“-Mittel wurden genutzt, um serbischen Aktivist*innen die Reise zu einem Vernetzungstreffen nach Budapest ermöglichen zu können.

Die Clean Clothes Campaign ist ein weltweites Netzwerk, das für bessere Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter*innen im globalen Fast Fashion-Business streitet. Am Jahrestag des Einsturzes des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch, bei dem es am 24. April 2013 1.134 Tote und 2.438 Verletzte gab, thematisiert die Clean Clothes Campaign immer wieder systemische Probleme im Fast Fashion-Business, durch die Beschäftigte in der globalen Modeindustrie Hungerlöhne erhalten und ihre Gesundheit und selbst ihr Leben auf’s ‚Spiel’ setzen müssen. In Dresden laden die Micha Initiative und die TU Umweltinitiative an diesem Tag um 20.30 Uhr ins Kino im Kasten ein, wo sie den Film „The True Cost – Der Preis der Mode“ zeigen.

Kontakt:

Fabienne Winkler | Clean Clothes Campaign – c/o Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen ENS e.V. | 0351 49 233 64 | 0151 55 66 44 32 | <fabienne.winkler[at]einewelt-sachsen.de>

Weitere Informationen:

  • Eine Analyse der menschenrechtlichen Praktiken italienischer Marken – GEOX, PRADA, TOD’s – in der Studie „The real cost of our shoes“ finden Sie hier: http://lohnzumleben.de/real-cost-of-our-shoes/(Bericht, Factsheet in Englisch und Italienisch)Im Bericht ist eine ausführliche Schilderung der Situation in der GEOX-Fabrik in Serbien enthalten.Der Kurzfilm WORKING FOR GEOX IN THE 21ST CENTURY zeigt die Lebensrealität serbischer GEOX-Arbeiter*innen.
  • Made in Europe – made fair? Wird Mode in Europa fairer hergestellt als in Asien? Informationen zu dieser Frage finden Sie hier:
    http://lohnzumleben.de/arbeitsrechte-mit-fuessen-getreten/
  • http://lohnzumleben.de/im_stich_gelassen/