EineWelt Sachsen
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Dreharbeiten/Straßentheater zum Film: „Ressourcen um jeden Preis! Keine Chance den Menschenrechten!“

Zeit: Probe 17:45 Uhr, Straßentheater 18:30 Uhr

Ort: Dresdner Neumarkt

SETTING / DREHARBEITEN
Es wurden Braunkohlevorkommnisse direkt unter der Frauenkirche entdeckt. Ressourcen sind endlich, wir brauchen jeden auffindbaren Kohlerest, sei er noch so klein! Deshalb wird eine Gruppe Bauarbeiter*innen einen Bereich der Dresdner Innenstatt absperren und dort anfangen zu „graben“ (vorgetäuscht) und zu „zerstören“ (Papphäuser). Wir erwarten Umweltaktivist*innen am Absperrband, die sich zur Wehr setzen und protestieren gegen das Credo „Ressourcen um jeden Preis“, wahrscheinlich jedoch erfolglos, denn die Wirtschaftslobby ist größer. Man wird Bau- und Bergarbeiter*innen sehen, die mit Eimern voller Kohle abziehen und ein Schlachtfeld hinterlassen. Umwelt- und Menschenrechten wird keine Rolle zugedacht.
*Die Gewinnung von Rohstoffen weltweit sowie die Produktion unserer Konsumgüter gehen oft mit gravierenden ökologischen und sozialen Problemen einher:*

Menschenrechtsverletzungen beginnen teilweise schon vor den eigentlichen bergmännischen Aktivitäten. Indigene Völker haben laut ILO-Konvention 169 das Recht auf Mitsprache bei der Entscheidung über Nutzung und Eingriffe in ihren Lebensraum. Häufig laufen Erkundungen und Verhandlungen aber intransparent unter Ausschluss der Bevölkerung ab. Beginnt dann die Erschließung neuer Rohstofflagerstätten kommt es oft zu Zwangsumsiedlungen und gewaltsamen Vertreibungen. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen verlieren ihre Lebensgrundlage. Oft werden nicht mal Entschädigungen gezahlt.
Im weiteren Prozess der Extraktion sowie Verhüttung der Rohstoffe kommt es regelmäßig zu Verunreinigungen des Trink- und Grundwassers. Das Recht auf sauberes Wasser und Gesundheit werden also systematisch verletzt. Genauso wie auch in anderen Industriezweigen weiter unten entlang der Lieferketten beim Gerben von Leder, Färben von Textilien, in der Herstellung von Chemikalien etc.
Angesichts der Folgen des Bergbaus entwickeln sich in vielen Gebieten Protestbewegungen, die nicht selten gewalttätig unterdrückt werden. Hier wirken dann oft staatliche und private von Bergbaukonzernen angestellte Sicherheitskräfte zusammen.

Wir fordern:

* dass rohstoffintensive Industrien sich stärker mit der Art und Weise der Gewinnung von Rohstoffen auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen für ökologische und menschenrechtliche Folgekosten des hohen Ressourcenverbrauches.
* die konsequente Umsetzung der UN-Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte

a) Staatliche Pflicht zum Schutz der Menschenrechte: Staaten sind völkerrechtlich verpflichtet, die Menschen durch eine angemessene Politik, Regulierung und Rechtsprechung vor Menschenrechtsverstößen durch Unternehmen zu schützen.

b) Unternehmensverantwortung zur Achtung der Menschenrechte: Unternehmen stehen in der Verantwortung, Menschenrechte zu achten, mögliche negative
Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit zu beenden und zu beheben.

c) Zugang zu effektiven Rechtsmitteln: Als Teil ihrer Schutzverpflichtung müssen Staaten den Betroffenen von Menschenrechtsverstößen Zugang zu gerichtlichen und außergerichtlichen Mitteln verschaffen, damit wirtschaftsbezogene Menschenrechtsverstöße untersucht, geahndet und wiedergutgemacht werden.
*Wer Lust hat mitzumachen, melde sich gern bei: ed.atokninull@znuk*
Wer bei der Generalprobe dabei sein möchte: wir treffen uns am Mittwoch um 17:45 Uhr in der Kreuzstraße 7 (vor dem Aha Café) und laufen dann zusammen zum Neumarkt.

Liebe Grüße
Fabienne (ENS), Anne (Inkota) und die Teilnehmenden des Workshops Kunst
für Menschenrechte