EineWelt Sachsen
* *

Migration und Entwicklungspolitik

Seit 2008 setzen wir uns als ENS mit dieser Thematik in der Praxis und der Theorie gezielt auseinander. In Kooperation mit dem Eine Welt e. V. Leipzig wurde eine Projektstelle beantragt, die seither von der Stiftung Nord-Süd-Brücken und dem Evangelischen Entwicklungsdienst finanziert wird. Seit Ende des Jahres 2009 füllt Dr. Miguel Ruiz Martinez diese Stelle aus. Er koordiniert und betreut die Beratung und Weiterbildung von Migrantenselbstorganisationen.

Zur Arbeit der Beratungsstelle:
“Migrantenselbstorganisationen (MSO) bieten Strukturen, welche es den Migranten ermöglichen, sich zu treffen und Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement für das Herkunftsland oder auf kommunaler Ebene für das Aufnahmeland zu betreiben.
Seit einigen Jahren wird deutschlandweit zunehmend anerkannt, dass ein großes Potenzial in der Integrations- und Entwicklungsarbeit auf kommunaler Ebene mit den MSO besteht. Die MigrantInnen verfügen über spezifische wertvolle Kenntnisse, u.a. über die Kultur und Kontakte des Herkunftslandes und sind sehr motiviert und engagiert.
In Leipzig hat sich eine aktive Vielfalt von Migrantenorganisationen, interkulturellen und entwicklungspolitischen Vereinen gegründet, worin MigrantInnen und deutsche BürgernInnen zusammenarbeiten.
Meisten sind es „neue Vereine“ mit „neuen MigrantInnen“ und neuen engagierten BürgerInnen, welchen, trotz der nicht selten engen, finanziellen und personellen Vereinslage, die sich mit viel Courage, in der freiwilligen Arbeit in den Kommunen engagieren.
Ihre Probleme sind aber nicht neu. Ihre Vereinsarbeit bedarf Unterstützung, Qualifizierung, Begleitung und Vernetzung, um ihre Kompetenzen, Vereinsstrukturen zu verbessern, sowie ihre Isolation zu brechen und die gegenseitige Hilfestellung zu fördern. Sie brauchen personelle Ausstattung, um ihre Handlungsmöglichkeiten und deren thematischen Horizont zu erweitern.
Ihr Potenzial als Multiplikatoren im Bereich der Entwicklungspolitik in den Kommunen ist groß, sowie ihr potenzieller Einsatz in der Entwicklungspolitischen Bildung oder bei zivilgesellschaftlichen Themen.” (Dr. Miguel Ruiz Martinez)

Seit November 2009 gibt es eine Arbeitsgruppe, die AG – Entwicklungspolitik und Migration, die die Vernetzung zwischen migrantischen und entwicklungspolitischen Gruppen fördert und Bestandteil des Netzwerks Integration-Migranten Leipzig ist. Die AG hat sich vorgenommen, sich in spezifischen Ländergruppen zu treffen, um den Informationsaustausch zu vereinfachen und die Vernetzung zu stärken.

Seit September 2009 werden die Qualifizierung, die Stärkung, die Unterstützung und die Begleitung von MigrantInnen und ihren Organisationen, sowie von interkulturellen und entwicklungspolitischen Vereinen, in Workshops und Veranstaltungen, welche in unmittelbarer Zusammenarbeit mit den MitgliederInnen der Vereine stattgefunden haben, ausgearbeitet.
Im September 2010 startete das ENS/NIM Leipzig, eine Qualifizierungsreihe für Referenten und Referentinnen des Globalen Lernens für Interessierte in Leipzig, Dresden und Chemnitz. Ziel der Fortbildungsreihe ist die Qualifizierung der Zielgruppen als Referenten für Globales Lernen in schulischen Einrichtungen Sachsens. Seit die ‚Qualifizierung angeboten wird, hat sich die Zahl der migrantischen ReferentInnen in der Eine-Welt-Bildung/BNE/Globales Lernen in Sachsen erhöht. Seit dem beteiligen sich 9 ehemalige migrantischen TeilnehrmererInnen als Bildungsreferenten in Sachsen und bundesweit.” (Dr. Miguel Ruiz Martinez)

2014 wird wieder eine Qualifizierungsreihe angeboten, da der Bedarf nach qualifizierten ReferentInnen mit migrantischen Hintergrund steigt.

Der EED-Brot für die Welt meldete aus Sachsen außerdem erhöhte Antragszahlen 
aus dem migrantischen Bereich. Die Beratungsarbeit trägt Früchte.
Die Beratungsarbeit begrenzt sich nicht nur mit migrantischen Organisationen, besonders 
seit den letzten Jahren als die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen und die 
Proteste von Anwohner und die Versuchen von NPD diese Proteste auszunutzen. 
Seit dem sind die Anfragen nach Beratung im Bereiche der Migration, Flucht und 
Menschenrechte gestiegen. Aktuell berät und begleite die Beratungsstelle Bürgervereine, 
Verbände, Kirchgemeinden und Bürgerinitiativen in diese Fragen. 
In Leipzig wurden in 2013 vierundzwanzig Organisationen beratet mehrere Male. 

Kontakt:
Dr. Miguel Ruiz Martinez (miguel.ruiz[at]einewelt-sachsen.de)