Artikel: Postkoloniales Denken als Grundlage der SDGs: eine theoretische und thematische Einführung (2022)

Postkolonialismus-Theorie und Debatte sind aktueller denn je. In vielen wissenschaftlichen Kontexten wird zurzeit eine Unmenge an Publikationen und Forschung betrieben. Die komplexen theoretischen Ansätze, die vor allem aus dem Bereich der Kultur- und Literaturwissenschaft stammen, sollten aber uns nicht davon fernhalten. Denn Postkolonialismus ist eine Praxis sowie eine Auseinandersetzung mit der eigenen kolonialen Vergangenheit und den fortbestehenden Wirkungen eines kolonialen Denkens. In diesem Artikel werden wir uns mit einer kleinen historischen Einführung zu dem Thema beschäftigen sowie mit der aktuellen politischen und akademischen Debatte um den Kolonialismus, (Neo)Kolonialismus und Postkolonialismus. Wie wir sehen werden, sollten diese drei Momente des Kolonialismus nicht als verschiedene teleologische Zeitphasen verstanden werden, sondern als Überschneidungen und Verflechtungen geopolitischer Interessen.

Rafael Freitas ist promovierter Literaturwissenschaftler an der Universität Leipzig. Er studierte Philosophie und Literatur in Brasilien, Argentinien und Deutschland. Er lebt seit 2010 in Leipzig und interessiert sich für transdisziplinäre Forschungen innerhalb der Ethik, Human- und Naturwissenschaften. Außer seiner wissenschaftlichen Tätigkeit und Neugierde arbeitet Rafael Freitas in verschiedenen Projektenten des Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen (Globales Lernen) und zur politischen Bildung.

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