Kooperation oder Konfrontation? Internationale Zusammenarbeit vs.my country first

Datum: 29. April 2026
Uhrzeit: 19:15 - 21:15
Ort: Frauenkirche Dresden

Abendveranstaltung im Rahmen des Dresdner Forums für Internationale Politik 2026

29. April 2026, 19:15 Uhr
Frauenkirche Dresden

Kostenlose Teilnahme, keine Anmeldung erforderlich.


Programm

Podiumsgäste

Prof. Dr. Anne Peters, LL.M. (Harvard), Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Prof. Sigmar Gabriel, ehemaliger Vizekanzler

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen


Hintergrund

Das Völkerrecht und die internationale Kooperation stehen zunehmend unter Druck. Immer mehr Staaten verfolgen nationale Interessen nach dem Motto „my country first“. Der weltweite Aufstieg populistischer Parteien und autoritärer Regierungsstile verstärkt diesen Trend, mit spürbaren Folgen für die internationale Staatengemeinschaft: Die gemeinsame Bearbeitung globaler Herausforderungen gerät ins Stocken, internationale Konflikte nehmen zu.

Parallel gewinnt ein neuer Wirtschaftsprotektionismus an Bedeutung, etwa sichtbar in der aktuellen Zollpolitik der USA. Dies gefährdet die über viele Jahrzehnte aufgebauten Vorteile des internationalen Freihandels. Zugleich bieten Staaten wie China, Indien oder Russland neue wirtschaftliche Optionen für Länder des Globalen Südens und verschieben damit geopolitische und ökonomische Kräfteverhältnisse.

Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten von nationalem Eigeninteresse und Protektionismus sind weltweit spürbar. Für Deutschland als exportorientiertes Land fallen die Auswirkungen besonders ins Gewicht. Langjährige Partnerschaften verlieren an Verlässlichkeit, was eine Neuausrichtung nationaler Sicherheits- und Wirtschaftsstrategien notwendig macht. Dies betrifft auch zentrale Branchen der sächsischen Wirtschaft, etwa Automobilindustrie, Maschinenbau und Mikroelektronik, deren Erfolg stark von internationaler Vernetzung und offenen Märkten abhängt. Planungssicherheit und Vertrauen in politische Entscheidungen werden damit zu zentralen Standortfaktoren.

Beim Dresdner Forum für Internationale Politik 2026 diskutieren hochrangige Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, wie sich Deutschland und Sachsen in diesem Spannungsfeld zwischen Kooperation und Konfrontation positionieren können. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach zukünftigen Grundlagen internationaler Partnerschaften, nach möglichen strategischen Partnern für Deutschland und Sachsen sowie nach Wegen, regelbasierten Freihandel mit dem Abbau wirtschaftlicher und politischer Abhängigkeiten zu verbinden.


Veranstalter

Das Dresdener Forum für Internationale Politik wird organisiert von der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) gemeinsam mit der Sächsische Staatskanzlei, der Stiftung Frauenkirche, UNU-FLORES sowie dem Zentrum für Internationale Studien der Technischen Universität Dresden.