Politische Tendenzen in Myanmar – Systemwandel oder Stagnation?

Datum: 14. Januar 2019

Uhrzeit: 18:00 – 20:00 Uhr

Ort: Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3-7, 04105 Leipzig

Podiumsgespräch

Myanmar – bis 1989 international als  „Burma“ bzw. „Birma“ bekannt – ist das zweitgrößte Land der Region Südostasien mit einer langen wendungsreichen Geschichte und gesellschaftlichen Vielfalt. 135 Ethnien sind offiziell anerkannt. Landschaft und Leben sind geprägt vom Buddhismus, zu dem sich 87,9 % der Bevölkerung von ca. 52 Millionen Menschen bekennen. Doch auch Christentum, 6,2 %, Islam, 4,9 % , und Hinduismus, 0,5 %, sind sichtbar. Ganz zu schweigen von den allgegenwärtigen Elementen des Volksglaubens. Myanmars relative Unberührtheit und sein Entwicklungsrückstand – beides nicht zuletzt Folge der jahrzehntelangen Abschottung – machen es zu einem attraktiven Ziel für Reisen und Geschäfte. Und doch steht es selten im Focus des Weltinteresses. Vorwiegend dann, wenn Konflikte auftreten wie 1988 bei dem Aufbegehren gegen das desaströse Einheitsparteisystem, den Mönchprotesten 2007 oder in den letzten Jahren mit den Konflikten in dem Unionsstaat Rakhine mit dem Schwerpunkt der Leiden der Rohingya. Aber auch der gewaltfreie Übergang von der Militärdiktatur, die seit 1962 mehr oder weniger direkt herrschte, zur parlamentarischen Demokratie, fand internationale Beachtung. Schon nach dem Regierungsantritt der quasi zivilen Regierung unter Präsident U Thein Sein – ein ehemaliger General – 2011 gaben sich Politiker und Geschäftsleute die Klinke in die Hand. Groß waren die Erwartungen, als aus den ersten freien Wahlen 2015  die Regierung der nationalen Liga für Demokratie (NLD) – hervorging, die faktisch von Aung San Suu Kyi geführt wird. Inzwischen weicht der Begeisterung zunehmend der Enttäuschung, weil bisher weder bei der Beendigung des seit 60 Jahren tobenden Bürgerkrieges, noch bei der Verbesserung der Lebenslage durchschlagende Erfolge erzielt werden konnten. Zudem sitzt auch diese Myanmar Regierung auf der Anklagebank. Nun wegen des Vorwurfs, Völkermord an den Rohingya  nicht verhindert zu haben. Ist das alles nur neuer Wein in alten Schläuchen?

Mit einer Einführung von Dr. Ute Gärtner. Weitere Informationen befinden sich hier.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, auch an dem anschließenden Gedankenaustausch und der Diskussion teilzunehmen. Anmeldung bitte an: axel.wladimiroff@gmx.de oder beate.tischer@leipzig.de

Veranstalter:  Deutsch-Asiatischen Gesellschaft Leipzig (DAG), Deutsch-Afrikanische Gesellschaft (DAFRIG Leipzig), mit freundlicher Unterstützung der Volkshochschule Leipzig und in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig.