Pressestatement: Kritik an den Eckwerten des Bundeshaushalts 2027

Berlin, 29. April 2026 – Die heute veröffentlichten Eckwerte für den Bundeshaushalt 2027 stoßen in der Zivilgesellschaft auf deutliche Kritik. Sie bestätigen die Befürchtungen hinsichtlich der zukünftigen Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe.

Demnach soll der Etat des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im kommenden Jahr mit 9,473 Milliarden Euro deutlich unter die Marke von 10 Milliarden Euro fallen. Das wäre der niedrigste Stand seit 2018. Auch die mittelfristige Finanzplanung gibt Anlass zur Sorge: Ab 2028 ist ein weiterer Rückgang auf 9,1 Milliarden Euro vorgesehen. Parallel deutet der sinkende Etat des Auswärtigen Amtes darauf hin, dass auch die Mittel für humanitäre Hilfe weiter unter Druck geraten könnten.

„Die Bundesregierung scheint beratungsresistent zu sein“, erklärt Michael Herbst von VENRO. „In einer Zeit so massiver globaler Umbrüche raten Expert_innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft dazu, mehr in internationale Zusammenarbeit zu investieren. Die Koalition aber zieht ihren verantwortungslosen Kahlschlag durch – zum Nachteil Deutschlands und der Welt.“

Nach Einschätzung der Zivilgesellschaft haben die Kürzungen bereits konkrete Auswirkungen. Mitgliedsorganisationen berichten aus verschiedenen Regionen, dass zentrale Angebote in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Kinderschutz und Ernährung zunehmend wegbrechen.

Herbst kündigt an, dass sich die Zivilgesellschaft weiterhin kritisch einbringen werde: „Machen wir uns ehrlich: Sollte der Haushalt 2027 so kommen, wird das Menschenleben kosten.“

VENRO (www.venro.org) ist der Bundesverband entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen. Ihm gehören rund 150 deutsche Organisationen (darunter auch das ENS) an, die in der privaten oder kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der humanitären Hilfe sowie in der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig sind.

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