Rückblick: Ostdeutschland-Fachtag „Gerade jetzt: Miteinander verbunden, global engagiert“

Am 26. September 2025 wurde Erfurt zum Treffpunkt für Engagierte aus ganz Ostdeutschland. Eingeladen hatte die AG Globale Solidarität: ein Zusammenschluss der fünf ostdeutschen entwicklungspolitischen Landesnetzwerke, zu denen auch wir als ENS gehören. Unter dem Motto „Gerade jetzt: Miteinander verbunden, global engagiert“ kamen im Comcenter Erfurt Vertreter*innen unterschiedlicher EZ-Organisationen, Bildungsmultiplikator*innen und Partnerinstitutionen zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig Impulse und Stärkung für ihre Arbeit zu geben.

Eröffnet wurde der Tag durch EWNT-Geschäftsführerin Franziska Weiland und Ingrid Spiller von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, die in ihrer Begrüßung die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Vernetzung in der Entwicklungszusammenarbeit betonte. In den anschließenden Workshops und Gesprächsrunden standen praxisnahe Impulse und Vernetzung im Mittelpunkt.

Diese Workshops boten den Teilnehmenden Raum für vertiefenden Austausch. In kleinerer Runde wurde gemeinsam gearbeitet, diskutiert und ausprobiert. Die Themen reichten von klarem Argumentieren und Sprechfähigkeit in der zivilgesellschaftlichen Arbeit, über den Umgang mit Rassismus in der Bildungsarbeit, bis hin zu Fragen der finanziellen Resilienz und der Stärkung ostdeutschen Engagements. Die thematische Breite der Workshops bot den Teilnehmenden dabei reichlich Gelegenheit zum Lernen und zum Austausch.

Im Anschluss sprach Stephan König, Staatssekretär für Medien und Europa bei der Thüringer Staatskanzlei. In seinem Grußwort unterstrich er den Wert zivilgesellschaftlichen Engagements in Thüringen und Ostdeutschland und würdigte das beharrliche Wirken vieler Initiativen im Allgemeinen und des EWNT im Besonderen.


Einen besonderen Akzent setzte der Impulsvortrag des Autors und Aktivisten Jakob Springfeld. Offen und eindringlich berichtete er von den Herausforderungen, die zivilgesellschaftliches Engagement in Ostdeutschland begleiten. Diese reichen von persönlichen Anfeindungen bis zu strukturellen Hürden. Gleichzeitig machte er deutlich, wie viel Mut und Ausdauer in der Arbeit der Engagierten steckt und weiter notwendig bleibt.


Daran knüpfte eine Podiumsdiskussion an, die verschiedene Perspektiven zusammenbrachte: Dr. Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Murad Murad von der Jesidischen Gemeinde Thüringen und Stephanie Tiepelmann-Halm, Vorstandssprecherin des Eine Welt Netzwerks Thüringen, diskutierten über politische Rahmenbedingungen, Engagement gegen Rassismus und die Frage, was es braucht, damit entwicklungspolitisches Engagement in Ostdeutschland und anderswo langfristig stark bleibt.

Zum Abschluss fasste Willy Vetter, Co-Geschäftsführer des ENS e.V. , die Eindrücke des Tages in einer engagierten Rede zusammen. Mit klaren Bildern und viel Humor machte er Mut, dranzubleiben, Allianzen zu schmieden und Engagement auch in herausfordernden Zeiten sichtbar zu machen.

Im Anschluss wurde das 20-jährige Jubiläum des Eine Welt Netzwerks Thüringen (EWNT) gefeiert. Wegbegleiter*innen, Partnerorganisationen und Engagierte blickten gemeinsam auf zwei Jahrzehnte globales Engagement in Thüringen und der Welt zurück und warfen einen optimistischen Blick nach vorn.

Der Fachtag machte deutlich: Gerade jetzt braucht es starke Netzwerke und offene Räume für Austausch, um globales Engagement in Ostdeutschland weiter zu stärken.